FARHAN SABBAGH

Komponist und Solist für Ud und Percussion

 

FARHAN SABBAGH

Komponist und Solist für Ud und Percussion

Biographie

· geboren 1948 in Homs/Syrien

· Unterricht auf der arabischen Kurzhalslaute (Ud) und in Gesang bei seinem Vater und seinem Großvater, einem großen Sufimeister (Sufimusik hat in der arabischen Musiktradition das höchste Niveau)

· ab 1962 Studium der traditionellen arabischen Musik (Schwerpunkte Ud und Percussion), ab 1966 Studium der modernen arabischen und klassischen europäischen Musik in Syrien

· 1970 zweijähriges Studium der Komposition am Institut für orientalische Musik in Kairo

· 1972 „Al-Farabi"-Preis für beste Komposition

· 1973 Konzert und erste Plattenaufnahme in Griechenland, danach weitere Konzerte in Europa

· ab 1981 Zusammenarbeit mit dem Internationalen Institut für Traditionelle Musik/Berlin, seither Wohnsitz in Berlin

· seit 1981 zahlreiche Solo-Konzerte in ganz Europa (Großer Konzertsaal der HDK/Berlin, Royal Albert Hall/London, Philharmonie/Warschau u.v.a.) und in der arabischen Welt; zahlreiche internationale Workshops sowie Rundfunk- und Fernsehauftritte

· 1985 erster Preis beim internationalen Symposium der UNO zum Thema Improvisation in Polen

· Konzerte und Tourneen mit internationalen Musikern und Ensembles (L. Subramaniam Indien/USA, Giora Feidman u.v.a.)

· Projekte mit Literatur, Theater, Bildender Kunst und Wissenschaft: Auftritte mit Annemarie Schimmel, Adonis, Rafik Shami, Marianne Hoppe u.v.a.; Eigenkomposition zu Hieronymus Boschs „Garten der Lüste" (Symposium Akademie der Künste Berlin 1989)

· zahlreiche Auftritte bei Ausstellungseröffnungen und Museumsprojekten („Europa und der Orient 800 -1900" Berliner Festspiele: Horizonte 1989; „100 Jahre Vorderasiatisches Museum" Pergamon/Berlin 1999 etc.)

· 1997 Preis für musikalische Leitung/Musical beim internationalen Theater- und Tanz-Festival in Lahore/Pakistan (Teilnehmer aus 42 Ländern)

· Veröffentlichung seiner Musik auf drei Langspielplatten, vier CDs und mehreren MCs; Rundfunk- und Fernsehaufnahmen

Farhan Sabbagh zählt zu den wenigen Ud-Solisten unserer Tage. Er gilt als einer der besten zeitgenössischen Virtuosen der arabischen Laute und ist ein Meister arabischer Percussion. Er hat auf allen Kontinenten (außer Australien) Konzerte gegeben.

Die Instrumente

Al-Ud, eine bundlose gezupfte Kurzhalslaute, ist das wichtigste Instrument in der arabischen Kunstmusik und gilt in Arabien als „Königin der Musikinstrumente". „Al-Ud" (von dem arabischen Wort für Holz stammend) kam mit den Arabern nach Spanien und von dort in das übrige Europa. Al- Ud hat einen großen gewölbten Resonanzkörper in Form einer halben Birne und einen kurzen Hals ohne Bünde. Normalerweise ist sie mit fünf Doppelsaiten bespannt. Bei Farhan Sabbaghs Instrumenten ist jeweils ein weiteres Saitenpaar im Bass und im Diskant hinzugefügt, wodurch der Tonumfang von zweieinhalb auf dreieinhalb Oktaven erweitert wird.

Der Riqq (Tamburin) ist eine einfellige Rahmentrommel, bespannt mit Fischhaut und fünf Schellenpaaren.

Der Mazhar ist eine größere einfellige Rahmentrommel.

Die Musik

Die klassische arabische Musik enthält auch kleinere Tonabstände (Intervalle) als die Halb- und Ganztonschritte der temperierten Stimmung: Limma-s (ein Drittel vom Ganzton) und Komma-s (ein Neuntel vom Ganzton). In der klassischen arabischen Musik werden mehr als 120 verschiedene siebenstufige Tonreihen (Maqamat) verwendet.

Zum traditionellen Repertoire eines jeden Ud-Solisten gehört der Taqsim, eine Improvisation in rhythmisch gebundener oder ungebundener Form und in einer nach Gefühlslage gewählten Tonart. Der Musiker umspielt dabei einzelne Töne des Maqam und gliedert diesen gleichzeitig durch Pausen, in denen das arabische Publikum sein Angesprochen- oder Ergriffensein von der Musik durch Zurufe bezeugt. Jeder Taqsim ist ein jeweils neu geschaffenes Musikstück von unterschiedlicher Länge und freier zeitlicher Gestaltung.

Zum Solorepertoire des Künstlers gehören:

· eigene Kompositionen

· Taqsim

· eigene rhythmische Kompositionen und Variationen arabischer Rhythmen auf Riqq und Mazhar